Andres Lieblingsplatten auf einem Blick

Das Jahr ist fast zu ende. Gerade noch rechtzeitig schaffe ich es, das musikalische 2017 Revue passieren zu lassen. Am Ende des Beitrags findet ihr eine Spotify-Playlist zum nachhören. Hier sind meine Top 10 Songs 2017:

Platz 10: Slowdive – Everyone Knows

Beim lang ersehnten Reunion-Album des britischen Shoegaze-Urgesteins gibt es nur wenig, was man hätte besser machen können. Der Song Everyone Knows bezeugt dies mit kristallklarem, engelsgleichem Gesang, umwogen von angerauten Gitarrenchören. Herrlich vollendeter Dream Pop.

 

Platz 9: The Flaming Lips – Nigdy Nie (Never No)

Hip-Hop Beats, psychedelische Gesänge und Synthesizer-Klänge, die man so ähnlich wohl auch im neuesten Vaporwave-Hit finden kann. Nigdy Nie ist ein LSD-Trip durch aktuelle experimentelle Musikgenres.

 

Platz 8: Fleet Foxes – Mearcstapa

Der orchestrale Post-Folk den die Fleet Foxes auf ihrem neuen Album Crack-Up produziert haben, zeigt die Bereitschaft von Robin Pecknold, sich stetig weiter zu entwickeln. Mearcstapa ist eine Reise weg von unseren alltäglichen, weltlichen Problemen, hin zu einem Ort an dem das bloße Existieren zufrieden stellt.

 

Platz 7: Steven Wilson – To The Bone

Kaum ein Musiker hat seine Fangemeinde in diesem Jahr so sehr polarisiert wie Steven Wilson. Dabei war die Aufregung völlig unnötig, denn was Steven Wilson anpackt, wird nie wirklich schlecht. Politisch, durchdacht, meisterhaft produziert. Chapeau!

 

Platz 6: AXL OTL – Dönerstag

Mit gerade einmal gut 150 Facebook-Likes und 250 Soundcloud-Followern ist AXL OTL noch ein echter Geheimtipp. Auf Pavero zeigt der Wahlberliner, wie man Klangexperimente mit viel Feingefühl zu eingängigen Tracks bündeln kann und erinnert dabei bisweilen an die Sonaten von Bach. Sehr zu empfehlen ist auch der YouTube-Kanal, der Einblicke in die Arbeit des Künstlers gewährt.

 

Platz 5: John Maus – Pets

Auf seinem diesjährig erschienenen Album Screen Memories begibt sich John Maus auf die Suche nach dem (technischen) Ursprung seines Sounds. Der Song Pets macht die selbstgebauten, analogen Synthesizer des US-Amerikaners spürbar und vereint zugleich die großen Stärken des Musikers: Hervorragend komponierte, experimentelle Popsongs mit banal erscheinenden, aber zutiefst durchdachten Texten.

 

Platz 4: Beck – Dreams

Von den einen als billige und langweilige Anbiederung an den Mainstream verachtet, von den anderen als eklektisches Meisterwerk gefeiert. Wer die zahllosen Referenzen auf Becks neuem Album Colors erkennt und es schafft, unter die eingängige Pop-Oberfläche zu hören, wird mit diesen schier endlosen Ideensammlungen noch lange Freude haben.

 

Platz 3: Mount Eerie – Real Death

“Death is real.” Es braucht nur diese drei Wörter, um das Album A Crow Looked At Me zusammenzufassen. Mit schonungsloser Direktheit und Offenheit berichtet Mount Eerie von dem schmerzvollen Tod seiner Ehefrau Geneviève Gosselin. Das Annehmen von Paketen oder der Gang zu einem unbebauten Grundstück wird zur Qual, kleine Zufälle zu bedeutungsreichen Metaphern. Ich kenne kein anderes Werk das diese schwere Thematik derart greifbar macht.

 

Platz 2: Björk – Body Memory

Das in enger Zusammenarbeit mit Arca produzierte, neue Björk Album Utopia handelt von der Suche nach einem glücklichen Leben. Body Memory ist dabei der zentrale Song des Albums, behandelt er doch verschiedene Rückschläge in Björks Leben, die sie jedoch letztendlich nur stärker gemacht haben und ihrer eigenen Utopie nur näher brachten. Die für Björk typische Einheit aus mechanischen und organischen Klängen gelingt auf Utopia so gut wie schon lange nicht mehr.

 

Platz 1: Brian Eno – Reflection

Brian Eno gelingt im Jahr 2017 die Vollendung der von ihm erfundenen Ambient-Musik. Zusammen mit seinem Album Reflection veröffentlichte der Künstler eine App, die endlos lang Musik generiert und sich dabei den Tages-, Nacht-, ja sogar den Jahreszeiten anpasst. Die Musik soll sich wie eine Tapete oder ein stimmungsvolles Licht unaufdringlich in die Umgebung einfügen und unterschwellig Emotionen transportieren. Reflection kann beispielsweise zur eigenen Reflexion anregen. Diese kann man gut gebrauchen in diesen turbulenten Zeiten, in denen nichts still zu stehen scheint. Mein liebster Ruhepol im Jahr 2017 ist diese App.

 

Alle Songs gibt es als Spotify Playlist hier:

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